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Riva-Marathon | r2-bike.com MTN CREW
30. April 2017 admin

Riva-Marathon

„Alt genug um es besser zu wissen, jung genug um es dennoch zu tun“

Grande oder Extrema – auf welcher Strecke am Gardasee sollte ich meine Rennsaison 2017 eröffnen? Nach 2 Jahren auf der kürzeren Variante reizte mich schon den ganzen Winter die gr0ße Herausforderung von 90km und 3.800hm. Dass so eine Distanz als erstes Rennen nicht allzu vernünftig ist, war mir von vornherein klar, aber im Übermut der spaßigen, trockenen und warmen Trainingstouren am Osterwochenende ließ ich mich dann doch zu dem Abenteuer hinreißen.

Der frühe Start um 7:30 Uhr bedingte wie gewohnt frische Temperaturen, aber gar nicht mal so kalt, wie erwartet. Der Start in der ersten Reihe hinter dem Führungsfahrzeug zusammen mit der niederländischen und ehemaligen österreichischen  Staatsmeisterin gab dann gleichmal einen schönen Motivationsschwung. Im ersten Anstieg, der sich gleich mal mit 1000hm in den Weg stellt, lief es super. Das Frauenfeld war dicht beisammen, und ich konnte das Tempo ohne Probleme mitgehen. Die „Tragödie“ begann erst auf der Abfahrt, technisch alles kein Problem, nur verabschiedete sich mit jeden vernichteten 100 Höhenmetern das Gefühl in einem weiteren Finger. Die Bremsversuche wurden somit zu digitalen Harakiri-Manövern, entweder laufen lassen oder Full-Stopp. Im Anbetracht des glitschigen Untergrundes erschien mir die letztere Variante doch die sichere zu sein. Ich hoffte nur, dass der nächste Anstieg meine Finger wieder auftauen würde. Das hatten die für die Streckenlegung verantwortlichen Leute aber geschickt zu verhindern gewusst, in dem sie die Runde so gelegt hatten, dass die ersten 4 Stunden nicht ein einziger Sonnenstrahl auf die Fahrer trifft. Vielleicht wollte man das Rennen ja ursprünglich mal im August stattfinden lassen? Ende April ist das jedoch reine Folter. Nach 1,5 Stunden war mir also klar, dass das heute nix wird mit sportlicher Höchstleistung. Meine verzweifelten Versuche, ein Gel oder Riegel aus dem Trikot zu ziehen scheiterten an den steifgefrorenen Finger kläglich. Selbst zum Herausnehmen der Trinkflasche waren sie nicht mehr im Stande. Mir blieb nichts anderes übrig, als vom Renn- in den Überlebensmodus umzuschalten, um die Runde ohne Essen und Trinken zumindest zu Ende fahren zu können. Ganz so hatte ich mir den Einstieg in die Rennsaison nicht vorgestellt. Die nächsten Stunden quälte ich mich also ziemlich allein durch die dunkle und eisige Waldlandschaft, bis endlich nach 2/3 der Strecke die Sonne meine gelähmten Hände wärmte. Sämtlicher Hunger und Durst war mir natürlich vergangen und ich musste mich zwingen, zu versuchen etwas zu mir zu nehmen. Es blieb bei den versuchen, da mein Magen beleidigt vor sich hin schmollte, dass ich ihn die letzten Stunden so vernachlässigt hatte. So hätte ich am finalen 500hm Anstieg gute Chancen in einer Slow-Motion-Wertung gehabt, wie eine Schnecke kämpfte ich mich Meter um Meter nach oben. Als Belohnung folgte dann ein super in der Zwischenzeit auch abgetrockneter Trailritt bergab, der mich für mein Durchhaltevermögen mehr als belohnte. Das Ziel erreichte ich schließlich nach 6:28h als 6. Dame. Jetzt hoffe ich mal auf ein paar wärmere Rennen und bis dahin sollte auch wieder Gefühl in meine Finger zurückgekehrt sein.